Heavy Metall - der Stoff aus dem Loklegenden entstehen


Es ist ein langer Weg, bis eine der exzellenten Lokomotiven aus dem Hause Märklin die Herzen der Freunde erlesener Kostbarkeiten höher schlagen lässt. Planung, Dokumentation, Konstruktion stehen am Anfang. Hinzu kommen die vielen Stationen, an denen findige Köpfe und geschickte Hände dafür sorgen, dass das Modell als kleines Objekt der Begierde die Göppinger Manufaktur verlässt. Prägten einst feine, lithografierte Bleche das Erscheinungsbild der legendären Lokomotiven und Wagen, so ist heute der Werkstoff Metall, mit einem Zinkanteil von über 90 %, der entscheidende Faktor. Denn alle hochwertigen Modelle werden weitmöglichst damit geschaffen. Feinste Detaillierungen, glattflächige Formen und eine enorme Stabilität machen die Lokomotiven zu unverwüstlichen Begleitern, ein Modellbahnerleben lang.




Kesselschmuck - auch Dampfloks tragen Ringe



Bei Märklin wird das Druckgussverfahren angewandt. Dabei wird verflüssigtes Metall unter Druck in eine Form gegossen. Der dabei entstehende Rohling zeichnet sich durch eine dichte und porenarme Materialbeschaffenheit aus. Zahlreiche Details der zukünftigen Lokomotive sind von den Formenbauern schon berücksichtigt worden, sodass sich filigrane Bauteile an den Rohlingen hervorheben. Nach Ende des Gießvorgangs und der Entnahme des Rohlings, stehen die Veredelungsabläufe auf dem Programm. Zuvor werden von Hand Gussgrate entfernt, Ausschnitte bzw. Bohrungen herausgefräst und versäubert




Zusammenspiel - perfekt abgestimmte Kraftübertragung


Im Galvanisierungs- becken, das eine Elektrolytlösung mit Metallsalzen enthält, scheidet sich an der Oberfläche der Lokgehäuse ein schützender überzug ab. Nach dieser Prozedur gelangen die Gehäuse in die Härterei.
Dann wandern die Gehäuse zum Kettenspritzautomaten. Seite an Seite warten sie auf den ersten Farbauftrag. Für die nachfolgenden Farbschichten, die nur stellenweise am Gehäuse aufzutragen sind, sorgt die Malerei in Handarbeit. Dabei kommen Schablonen und Spritzpistolen zum Einsatz. Feine Details, wie Kesselzierringe, können hingegen nur von Hand gemalt werden. Der Zusammenbau der Lokomotiven geschieht ebenfalls - wie auch in anderen Branchen, wo es um miniaturisierte Bauteile geht - in der Regel durch feinfühlige Handarbeit.




Fingerspitzengefühl Perfektion bei jedem Handgriff


Vor allem bei der Baugröße Z verblüfft das Fingerspitzengefühl der Mitarbeiterinnen immer wieder. Trotz weitgehender Automatisierung wird auch in Zukunft hochwertige Handarbeit den Perfektionsgrad einer Lok bestimmen. Dabei ist es gleich, um welche Baugröße es sich handelt. Ohne das Zutun geschickter Hände würde keine der unverwechselbaren Legenden aus Metall entstehen können.

Auszug aus dem Märklin Z-Jahrbuch 2006