Wetterregeln

Das Wetter ist das Wichtigste im Leben des Bauern, davon ist er abhängig. Denn nur wenn das Wetter stimmt, wenn Regen und Sonne, Wärme und Kälte zur rechten Zeit kommen, wird die Ernte reichlich ausfallen. Seit vielen tausend Jahren wird das Wetter daher beobachtet - und daraus haben sich die verschiedenen Wetterregeln entwickelt. Unsere Vorfahren haben die Zusammenhänge genau beobachtet und sie im Alltagsleben für eine - kurzfristige - Wettervorhersage genutzt.



  Januar


Ist der Januar frostig und kalt, lockt uns bald der grüne Wald.
Neujahrsnacht still und klar, deutet auf ein gutes Jahr!
Tanzen im Januar die Mucken, muss der Bauer nach Futter gucken.
Wächst das Gras im Januar, wächst es schlecht das ganze Jahr.
Januar muss vor Kälte knacken, wenn die Ernte soll gut sacken.
Soll das Korn dem Bauern sacken, muss der Frost im Jänner knacken.
Januar ganz ohne Schnee tut den Bäumen weh.
Lacht der Januar im Kommen und Scheiden – bringt das Jahr uns viele Freuden.
Sind im Januar die Flüsse klein, gibt in Herbst es guten Wein.
Schlummert im milden Januar das Grün, so wird zeitig der Garten blühn.
Wenn der Januar trüb und nass, bleibt im Keller leer das (Wein-)Fass.
Januar im Nebel weiß schickt im Märzen Schnee und Eis.

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  Februar


Wenn’s der Hornung gnädig macht, bringt der Lenz den Frost bei Nacht.
Ist’s ein kalter Februar, wird’s ein gutes Roggenjahr.
Liegt im Februar kein Schnee, gibt’s auf Ostern umso mehr.
Wenn es im Februar nicht schneit, dann schneit es in der Osterzeit.
Der Februar macht Dreck, der März holt ihn weg.
Lichtmess (2. Febr.) im Klee, Ostern im Schnee.
Alle Monate im ganzen Jahr verwünschen den schönen Februar.
Läßt der Februar Wasser fallen, so läßts der März gefrieren.
Wenn im Februar die Mücken schwärmen – muss man sich im März die Ohren wärmen.
Lichtmess kalt oder klar, gibt ein gutes Jahr.
Wenn die Mücken tanzen im Februar, gibt es ein spätes Frühjahr.
Wenn im Februar die Ameisen sich zeigen, ist’s vorbei mit Winters Reigen.
Liegt im Februar die Katz in Freien, wird sie im März vor Kälte schreien.
Viel Regen im Februar - viel Sonnenschein das ganze Jahr.
Liegt an Lichtmess der Dachs in der Sonn, kündet er nicht Frühlingswonn.
Singt die Lerch’ im Hornung hell, geht’s dem Bauern um das Fell.

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  März


Langer Schnee im März – bricht dem Korn das Herz.
Siehst im März gelbe Blumen im Freien, magst getrost du Samen streuen.
Märzenregen bringt keinen Segen.
Soviel im März die Nebel steigen – soviel im Sommer sich Wetter zeigen.
Lässt der März sich trocken an, bringt er Brot für jedermann.
Ein nasser und fauler März ist der Bauern Schmerz.
Märzen kalt und Sonnenschein – bringt eine gute Ernte ein.
Märzenregen zeigen an, dass große Winde weh’n heran.
Säst du im März zu früh – ist es leicht vergebene Müh’.
Trockener März und nasser April ist des Bauern Will’.
Donnert’s in den März hinein, wird der Roggen gut gedeih’n.
Dem Golde gleich ist Märzenstaub – es bringt uns Kraut und Gras und Laub.
Ein heiterer März erfreut des Bauern Herz.
Wenn sich heiter zeigt der März – freut sich sehr des Bauern Herz.
Märzenschnee tut der Saat sehr weh.
Ist der März mit Nebel voll – können’s die Gewitter im Sommer toll.

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  April


April, der weiß nicht was er will.
Je früher im April der Schlehdorn blüht, je eher der Bauer zur Ernte zieht.
Wenn der April bläst in sein Horn – dann steht es gut um Heu und Korn.
April nass und kalt, wächst das Korn wie ein Wald.
Wenn der April Spektakel macht, gibt’s Heu und Korn in großer Pracht.
Ist der April schön und rein, wird der Mai umso wilder sein.
Wenn’s an Karfreitag regnet, ist das Jahr gesegnet.
April windig und trocken, macht alles Wachstum stocken.
Trockener April ist nicht des Bauern Will.
Ist der April sehr trocken, geht der Sommer nicht auf Socken.
Regen im April - jeder Bauer will.
Quakt der Frosch schon im April, ist vorbei des Winters Spiel.

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  Mai


Regnet’s im Mai auf die Saaten, so regnet’s Dukaten.
Nordwind im Mai bringt Trockenheit herbei.
Ein kühler Mai wird hoch geacht’ – hat stets ein fruchtbar Jahr gebracht.
Auf nassen Mai kommt ein trockener Juni herbei.
Der Mai kühl, der Brachmonat nass – füllt uns Scheunen und Fass.
Erst in der Mitte des Mai ist der Winter vorbei.
Ist der Mai recht feucht und kühl, dann gibt’s Frucht und Futter viel.
Ist der Mai recht heiß und trocken, kriegt der Bauer kleine Brocken.
Kühler Mai bringt fruchtbar Jahr, trockener macht es dürr fürwahr.
Maikäferjahr - ein gutes Jahr.
Abendtau im Mai gibt das rechte Heu.
Wer am Maiabend setzt Bohnen, dem wird’s lohnen.
Nachtfröste im Mai schädlich sind, hur hingegen ist der Wind.
Mairegen, mild und warm, tut den Früchten keinen Harm.
Der Mai bringt Blumen dem Gesichte, aber dem Magen keine Früchte.

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  Juni


Im Juni bleibt man gerne stehen um nach dem Regen auszusehe’n.
Juni kalt und nass, lässt leer Scheune und Fass.
Wenn im Juni Nordwind weht – kommen Gewitter oft recht spät.
Gibt’s im Juni Donnerwetter, wird auch das Getreide fetter.
Ist Fronleichnam schön und klar, gibt’s guten Wein in diesem Jahr.
Soll gedeihen Korn und Wein, soll der Juni Wärme sein.
Bleibt der Juni kühl, wird’s dem Bauern schwül.
Kälte im Juni verderbt, was Nässe im Mai erwerbt.
Wenn kalt und nass der Juni war, verdirbt er meist das ganze Jahr.
Juni feucht und warm, macht kein Bauern arm; nass und kalt bringt er die Gefahr, dass verderbt das ganze Jahr.
Ist der Juni warm und naß, gibt’s viel Frucht und grünes Gras.
Im Juni tut der Nordwind gut, dem Korn und auch dem Rebenblut.
Wie soll der Juni sein? Warm mit Regen und Sonnenschein.
Im Juni ein Gewitterschauer, macht das Herz gar froh dem Bauer.
Ist der Siebenschläfer (27.Juni) nass - regnet’s ohne Unterlass.
Das Wetter am Siebenschläfertag - noch sieben Wochen bleiben mag.

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  Juli


Im Juli muss braten, was im Herbst soll geraten.
Macht der Juli uns heiß, bringt der Winter viel Eis.
Was der Juli und August nicht kocht, lasst der September ungebraten.
So golden die Sonne im Juli strahlt, so golden sich der Weizen mahlt.
Was nicht gut im Juli steht, im September nicht gerät.
Julisonne und die Frau schaffen für zwei.
Donnert’s viel im Julius – gibt’ später manchen Regenguss.
Juli heiß, lohnt Müh’ und Schweiß.
Sind die sieben Brüder (10.7.) nass, regnet’s ohne Unterlass (3.-9.Juli).
Regnet’s am Magdalenentag (13.7.), folgt noch viel mehr Regen nach.
Mariä Heimsuchung (2.7.) mit Regen, tut 40 Tage sich nicht legen.

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  August


Fängt der August mit Donnern an, er bis zum End’ nicht lassen kann.
Der Tau tut dem August so not (gut), wie jedermann sein täglich Brot.
Wenn’s im August stark tauen tut – bleibt auch gewöhnlich das Wetter gut.
Fängt der August mit Hitze an, bleibt sie lang die Schlittenbahn.
Wie Bartholomä (24. 8.) sich hält, so ist der ganze Herbst bestellt.
Wenn es im August von Norden weht, beständiges Wetter vor dir steht.
Gibt’s im August rechten Sonnenschein, so wird die Ernte besser sein.
Was ein August nicht vermocht, kein September mehr kocht.
Wenn im August schon die Schwalben ziehen, einen frühen Winter wir dann kriegen.
Mariä Himmelfahrt (15.8.) Sonnenschein, bringet Frucht und guten Wein.
Im August der Morgenregen wird sich meist vor Mittag legen.

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  September


Ist’s am ersten September hübsch und rein, wird’s den ganzen Monat freundlich sein.
Septemberregen kommt der ganzen Saat entgegen.
Ist der September lind, ist der Winter ein Kind.
Septemberwetter warm und klar – verheißt ein gutes nächstes Jahr.
Herbstgewitter bringen Schnee – doch dem nächsten Jahr kein Weh.
September warm und klar, verheißt ein gutes nächstes Jahr.
Tritt im September viel Donner ein, werden Februar und März sehr schneereich sein.
Ungewitter im September, Schnee im Februar und März.
Machen sich d’ Störch beizeit auf d’ Reis, kommt bald der Winter mit Schnee und Eis.
Septemberregen – dem Bauern Segen, dem Winzer Gift, wenn er ihn trifft.
Sind die Krähen nicht mehr weit, wird’s zum Säen höchste Zeit.
Der September ist der Mai des Herbstes.
Sitzen die Birnen Anfang September fest am Stiel, bringt der Winter Kälte viel.
Viele Eicheln im September – viel Schnee gibt es im Dezember.
An schönen Herbst und Winter glaubt – werden die die Bäume schon im September entlaubt.
Donnerts im September noch, wird der Schnee um Weihnacht hoch.

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  Oktober


Oktoberhimmel voller Stern, hat warme öfen gern.
Oktober-Gewitter sagen beständig, der kommende Winter sei wetterwendisch.
Bringt der Oktober viel Frost und Wind – wird der Jänner und Hornung gelind (Januar und Februar).
Ist der Oktober warm und fein, kommt ein harter Winter rein.
Ein kalter Oktober den Bauern freut, er bringt den bösen Raupen Leid.
Trägt lang der Has sein Sommerkleid, so ist der Winter auch noch weit.
Auf einen Oktober, der nass und kühl, ist der Winter der folgt, ein Kinderspiel.
Tritt St. Gallus (16.Okt) trocken auf, folgt ein nasser Sommer drauf.
Wenn Simon und Judä (28.10.) schaut, pflanzet Bäum’ und scheidet Kraut.
Im Oktober der Nebel viel – deutet im Winter auf Schneeflocken viel.
So wie im Oktober die Winde hausen – so im Dezember die kalten Stürme brausen.
Oktoberwetter zeigt stets an, wie’s künftig um den März wird steh’n.
Wenn das Blatt am Baume bleibt, ist der Winter noch sehr weit.
Oktobersonne kocht den Wein und füllt auch große Körbe ein.
Im Oktober Frost und Wind – werden Januar und Feber gelind.
Ein Oktoberhimmel voller Stern’ – hat die warmen öfen gern.
Ein Herbst der hell und klar - ist gut fürs nächste Jahr.
Hält der Oktober das Laub lange fest – so sorge für ein warmes Nest.

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  November


Sitzt November fest im Laub, wird der Winter hart, das glaub.
Bringt der November Morgenrot – der Aussaat viel Regen droht.
Hat Martini (12.Nov) einen weißen Bart – wird der Winter lang und hart.
November tritt oft hart herein, braucht nichts dahinter zu sein.
St. Martin setzt sich schon mit Dank auf die warme Ofenbank.
Je mehr Schnee im November fällt, umso fruchtbringender wird das Feld.
Wenn’s im November regnet und frostet, dies den Saaten das Leben kostet.
Im November kalt und klar, wird mild und trüb der Januar.
November, der hell und klar, bedeutet übel fürs folgende Jahr.

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  Dezember


Steht die Krähe vor Weihnacht im Klee, so sitzt sie um Ostern im Klee.
Wenn Christkindlein Regen weint – vier Wochen keine Sonne scheint.
Wie der Dezember pfeift, so tanzt der Juni.
Christnacht hell und klar – deutet an ein gutes Jahr.
Bringt Dezember Eis und Schnee, wächst das Korn auf jeder Höh.
Dezember kalt mit Schnee, gibt Korn auf jeder Höh’.
Ist der Dezember mild und nass, bleiben leer Scheuern und Fass.
Wenn man den Dezember soll loben, muss er frieren und toben.
Ist es grün zur Weihnachtsfeier, fällt der Schnee auf Ostereier.
Dezember warm – Gott erbarm.


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