Bodenpflege


Wie bereits erwähnt, müssen wir uns bemühen, in unseren Gärten einen guten Kulturboden zu schaffen. Durch intensive und durchdachte Bodenbearbeitung, Humuszufuhr und Düngung wird es uns gelingen, alle Bodenarten zu verbessern, um gute Erträge zu erzielen.


Graben

Es sind zwei Hauptgrabezeiten zu unterscheiden, die wichtigste vor Eintritt des Winters, die andere vor der Bestellung im Frühjahr. Falsch ist es, beim Graben im Herbst oder Vorwinter die grobe Scholle mit dem Spaten zu zerkleinern. Warum? Durch das Graben im Herbst in recht grober und tiefer Scholle soll erreicht werden, daß die Feuchtigkeit und der Frost des Winters tief in den Boden eindringen können. Je tiefer, um so besser, denn gerade der Frost hat für den Boden eine ganz besondere befruchtende Wirkung. Durch ihn werden die feinsten Bodenteilchen zersprengt und die mineralischen Nährstoffe, die von Natur aus in der Erde enthalten sind, immer wieder aufs neue gelöst und frei gemacht, so daß die Pflanze diese im folgenden Jahr aufnehmen kann.


Das ist die alljährlich sich wiederholende Urkraft der Scholle. Darum ist es so richtig: Beim Graben im Herbst auf grobe, große Schollen achten, möglichst mit einem neuen und nicht mit einem alten, abgenutzten, kurzen Spaten tief graben. Bei der Anschaffung eines Spatens kaufe lieber einen guten Gärtnerspaten, bei dem der Stiel handlich ist und nicht so leicht abbrechen kann. Wird er nach jedem Gebrauch gereinigt, ergibt sich bald ein blankes Blatt, das sich leicht in den Boden stoßen läßt, so daß dadurch auch keine Scholle zerschlagen wird.


Im Frühjahr sind diese Schollen so zerfroren, daß sie von selbst zerfallen, und die Erde ist feinkrümelig, wie sie Menschenhand nicht besser zurichten könnte. Die Natur hat die Erde in den Zustand gesetzt, wie ihn die Pflanze für die nächste Wachstumszeit braucht.


Es bedarf nur noch einer kleinen Nachhilfe durch Menschenhand. Richtig ist es, wenn man im Frühjahr den Grubber oder eine Bodenfräse nimmt und den Boden ungefähr 10 bis 15 cm tief durchzieht und dadurch die verkrustete Oberfläche feinkrümelig gestaltet. Was erreicht man damit? Der Boden behält seine Winterfeuchtigkeit länger, er bleibt feinkrümelig und ermöglicht den Wurzeln ein leichtes und gleichmäßiges Eindringen in die Tiefe und dadurch leichtere und bessere Nahrungsaufnahme. Bei noch so sauberem und gewissenhaftem Graben im Frühjahr ist nie eine so feine Krümelstruktur des Bodens zu erzielen. Falsch wäre es, wenn diese von der Natur geschaffene, so wunderbar feinkrümelige Erde im Frühjahr nochmals gegraben würde, weil vielleicht die Oberfläche verschlämmt und etwas fest erscheint.


An heißen, sonnigen Tagen und bei anhaltender Trockenheit würde der im Frühjahr gegrabene Boden bis in die Tiefe austrocknen, während der im Winter gegrabene noch eine gewisse Feuchtigkeit behält. Durch gleichmäßige Feuchtigkeit des Bodens wird jedoch der Keimprozeß gefördert. Wenn du nun im Frühjahr unbedingt graben mußt, weil du es im Herbst versäumtest, dann grabe nicht zu tief. Nimm dazu jedoch die Grabegabel. Sie sticht sich leicht in den Boden, und es können auch mit ihr die Klumpen besser feingeklopft werden. Je feiner du die Erde zerkrümelst, um so mehr Wasser ersparst du im Sommer, um so besser werden die Wurzeln die Nahrung finden, und um so gesünder werden deine Kulturen wachsen. Aber mache es richtig! Warte auf alle Fälle, bis der Boden sich leicht zerkrümeln läßt. Ich habe dafür einen Zweizeiler geprägt: "Läßt der Boden sich noch kneten, darfst du nie das Land betreten!" Nicht allein die Schneeschmelze oder einige wärmere Sonnentage sind für den Zeitpunkt des Grabens maßgebend. Einzig und ganz allein die Bodenfeuchtigkeit gibt den Ausschlag.


Wenn die Erde noch an den Schuhen klebt, wenn das Kulturland noch so feucht ist, daß es beim Umgraben nicht von allein zerfällt, sondern am Spaten kleben bleibt, darfst du noch nicht mit der Bodenbearbeitung beginnen. Lieber noch einige Tage warten. Aussaaten, die zu früh in den kalten, feuchten Boden gebracht werden, faulen oft und werden bald von später ausgesäten Saaten eingeholt und sogar überholt. Deshalb versäumst du keine Zeit, wenn du den richtigen Augenblick zur Bodenbearbeitung abwartest. Ist nun der rechte Zeitpunkt gekommen, dann mache es folgendermaßen: Hebe dir zunächst eine spatenstichbreite Grabefurche aus. Hast du einen ungefähr l m breiten Streifen gegraben, muß dieser erst zerkleinert werden. Hierzu benutzt man am besten einen Holzrechen. Durch häufiges kräftiges Hin- und Herstoßen werden die Klumpen der Oberfläche vollkommen zerkleinert. Erdklumpen werden in die Furche gezogen und zerstoßen. Vor dem Weitergraben mußt du noch mit einem Eisenrechen die Oberfläche ebnen. Nach jedem weiteren gegrabenen Meter wiederholt sich dieser Vorgang.


Mehr und mehr sieht man heute auch die Besitzer größerer Gärten motorisiert zwischen ihrem Gartenzaun herumwerken. Das hat mit den motorisierten Rasenmähern und elektrischen Heckenscheren begonnen. Verschiedene deutsche und ausländische Firmen bringen leichte Motorgeräte auf den Markt, die die Gartenarbeit ganz wesentlich erleichtern.

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Hacken

Zur Bodenbearbeitung gehört vor allen Dingen das Hacken, besser gesagt, das Lockern und Lüften des Bodens. Richtig hacken ist halbe Düngung, sagt ein altes Gärtnersprichwort. Falsch ist es, wenn man glaubt, durch häufiges und tiefes Hacken den Kulturpflanzen eine ganz besondere Pflege angedeihen zu lassen. Nein, mit der Hacke lockert man nur die obere Bodenschicht und rottet das Unkraut aus. Daß alles Unkraut schon im Jugendstadium vernichtet werden muß, sollte jedem Anfänger klar sein, denn es entzieht unseren Kulturpflanzen nicht nur die Nährstoffe, sondern nimmt ihnen Platz, Licht, Luft und Sonne.


Wie aber bereits gesagt, merzen wir mit der Hacke nicht nur das Unkraut aus, sondern lockern gleichzeitig den Boden, damit Luft an die Wurzeln der Pflanzen gelangen kann, denn auch die unterirdischen Pflanzenteile atmen und benötigen Sauerstoff. Die Bodenbakterien können nur bei ausreichender Sauerstoffzuführung arbeiten und leben, daher: "Richtig hacken - halbe Düngung." Außerdem können wir durch regelmäßiges Hacken den Wasserhaushalt des Bodens gut regulieren. Nach jedem Regen solltest du deine Beete mit der Hacke oder dem Grubber durchziehen. Es bildet sich eine flache, trockene Oberschicht, die dann wie eine Isolierschicht wirkt. Das eingesickerte Wasser kann nicht mehr so schnell verdunsten und kommt den Pflanzen reichlicher zugute. Daß die nach einem Regen gehackten Beete das Wasser länger im Boden halten, klingt zunächst unglaubwürdig. Gerade deshalb rate ich dir, stets daran zu denken.



Lüfter

Probiere es einmal selbst an zwei Beeten. An einem Tag nach Regenwetter oder Gewitter lockere das eine Beet flach, indem du mit der Ziehhacke die Oberfläche ungefähr 2 cm tief durchziehst. Schon nach einer Stunde Sonnenschein wirst du beobachten, daß dieses Beet an der Oberfläche trocken wird, während das andere ungehackte Beet noch lange seine Feuchtigkeit behält. Aus diesem Grunde denken die meisten Kleingärtner, das Hacken nach dem Regen sei falsch. Wenn aber einige Tage verstrichen sind, wird man feststellen können, daß unter der trockenen krümeligen Erde mehr Feuchtigkeit zu finden ist als in dem ungehackten Beet. Das hängt mit der sogenannten Bodenkapillarität (Haarröhrchenwirkung) zusammen.


Dieser Vorgang läßt sich am besten an folgendem Beispiel erklären: Nimm ein Stück Würfelzucker, tauche eine Ecke leicht in den Kaffee, und du wirst beobachten, wie der Kaffee in dem Stück Zucker hochsteigt. So mußt du dir den Vorgang in der Erde vorstellen. Der in die Erde versickernde Regen bildet ganz feine, in die Tiefe verlaufende Gänge und Röhrchen (Kapillare). In diesen steigt das Wasser aus dem Untergrund wieder hoch bis an die Oberfläche, wo es verdunstet. Wenn nun diese Oberfläche ganz flach durchgezogen wird, werden die Haarröhrchen oben zugeschüttet, also verstopft. Das Wasser kommt nicht mehr an die Oberfläche und bleibt dem Boden und damit den Pflanzen erhalten.

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Verstell-Kultivator

Wie hat man sich früher mit den altbekannten Schlaghacken abgemüht, um den Boden zu bearbeiten. Man schlug mühselig Schlag um Schlag die Hacke in den Boden und bekam Kreuzschmerzen. Daneben trat man den eben bearbeiteten Boden durch Vorwärtslaufen wieder fest.


In der neueren Zeit befaßte man sich natürlich ausführlich mit den veralteten Geräten und schuf neue Werkzeuge für die Garten- und Feldarbeit. Das Ergebnis war revolutionierend! Man entwickelte vollkommen neue zeit-, arbeits- und kräftesparende Geräte, die den heutigen Ansprüchen gerecht werden. Die neu entwickelten Geräte werden durch den Boden gezogen. Man bückt sich nicht mehr, sondern geht mit aufrechtem Körper durch die Reihen, bzw. durch die Kulturen und zieht die Geräte hinter sich her. Das Festtreten des Bodens entfällt, da man vor- und rückwärts gehen Lockern und Lüften kann, ohne erneut den gerade bearbeiteten Boden zu betreten. Die Arbeit geht schneller vonstatten, man ist weniger ermüdet und hat eine viel bessere Bodenlockerung erreicht, als durch das Schlagen mit der alten Hacke. Alle Geräte lassen sich am langen Stiel gut führen, wodurch eine Bodenbearbeitung bis direkt an die Pflanze möglich ist. Eine Wurzelbeschädigung, wie es mit der Schlaghacke oft der Fall war, entfällt dadurch vollkommen.



Holländern

ist ein Umgraben auf zwei Spatenstich Tiefe. Es ermöglicht ein noch tieferes Eindringen der Luft, des Frostes und der Niederschläge in den Boden. Dadurch wird eine tiefere und größere Aufschließung der Bodenmineralien und Nährstoffe bewirkt, kurz gesagt, der Boden wird fruchtbarer. Beim Holländern wird ein zwei Spatenstich breiter Graben ausgehoben und an das Ende des Stückes gefahren. In dem gewonnenen, ungefähr 50 cm breiten Graben, wird der Untergrund umgestochen. Auf diesen Untergrund werden nun die nächsten zwei Spatenstiche geworfen - dadurch entsteht ein neuer Graben von ebenfalls 50 cm Breite, dessen Untergrund wie beim ersten Graben umgebrochen wird. Dieser Vorgang wiederholt sich bis ans Ende des Stückes. Mit der ausgefahrenen Erde des ersten Grabens wird der letzte Graben ausgefüllt.


Die nebenstehende Skizze veranschaulicht das eben Gesagte recht deutlich. Das Holländern wird angewandt, wenn die Krume nur flach ist und vermieden werden soll, daß roher Boden nach oben kommt.



Rigolen

Rigolen ist eine Bodenbearbeitung auf eine Tiefe von 60 bis 70 cm. Dies wäre eine Tiefe von drei Spatenstichen. Den obersten Stich nennen wir Oberkrume, den zweiten die Mittelschicht und den dritten den Untergrund. Beim Rigolen muß jede Schicht wieder in die alte Tiefe kommen. Wie man das macht, wollen wir gleich einmal an einem Beispiel probieren: Du willst ein Stück Land von 20 m Länge und 5 m Breite rigolen. Die Arbeitsgänge der Reihe nach sind folgende:


1. Mit kleinen Pflöckchen das Stück in 20 Streifen von je l m Breite abstecken. 2. Streifen l und 2 mit einer Schnur markieren. 3. Von diesen beiden Streifen wird die Oberkrume einen Spatenstich tief ausgehoben und bis über das Ende des Stückes gefahren. 4. Von Streifen l die Mittelschicht ebenfalls bis über das Ende, aber auf einen zweiten Haufen fahren. 5. Der jetzt freiliegende Untergrund des ersten Streifens wird gut umgegraben. 6. Auf diesen Untergrund werfe ich die freiliegende Mittelschicht des zweiten Streifens. 7. Der Untergrund des Streifens 2 wird nun umgegraben. 8. Die Schnur wird weiter an Streifen 3 gesteckt. 9. Die Oberschicht des Streifens 3 wird über den Streifen 2 hinweg auf den Streifen 1 geworfen. 10. Die freie Mittelschicht des Streifens 3 wird als Mittelschicht auf den gegrabenen Untergrund des Streifens 2 geworfen. 11. Der Untergrund bei Streifen 3 wird wie bei Streifen 2 umgegraben. 12. Die Schnur wird weiter auf Streifen 4 gesteckt und die Oberschicht auf 2 geworfen usw., bis alle 20 Streifen fertig sind.


Am Schluß wird die Erde wieder aufgefüllt. Die Erde ist drei Spatenstiche tief umgearbeitet, ohne daß die humusreiche Oberschicht in die Mitte oder gar nach unten gekommen wäre. Noch zu beachten ist, daß keine Zwischenwände stehenbleiben, denn diese würden die Zirkulation des Wassers beeinträchtigen.

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Und was lernen wir daraus?

Gute Bodenbearbeitung ist der Grundstein zum Erfolg. Wer seinen Boden "in Schuß" hat, der hat gute Ernten. Bei ihm kommt auch nicht die sogenannte "Untergrundkrankheit" auf, die immer auf schlechte Untergrunddurchlüftung zurückzuführen ist. Im Garten hilft da nur das Rigolen. Im Feldbau wird dieser Krankheit durch besonders tief in den Boden greifende Geräte energisch zu Leibe gerückt.



Humuszufuhr

Die Güte eines Bodens ist überwiegend von seinem Humusgehalt abhängig. Durch eine regelmäßige Humuszufuhr können wir unsere Gartenböden wesentlich verbessern. Dazu eignen sich Stalldung, Kompost, Gründung, Rindenhumus und Torf, wobei man auf letzteren heutzutage meines Erachtens verzichten sollte.



Torf

ist zwar durch seine vielfältige Verwendbarkeit immer noch der wertvollste, aber mit Rücksicht auf unsere Umwelt, wenn überhaupt, dann nur noch so sparsam wie möglich einzusetzende Humusrohstoff. Im Gartenbau kommt der aus Hochmooren gewonnene Torf zur Verwendung, welchen man zu Ballen gepreßt bekommen kann. Er enthält keine Nährstoffe, erhöht jedoch die wasserhaltende Kraft in leichten Böden ganz außerordentlich und wirkt in schweren, bindigen Böden lockernd. Zu jeder Zeit kann er in den Boden eingebracht werden. Man kann ihn flach mit eingraben oder über das gegrabene Beet ausstreuen und dann einharken. Gern streut man Torfmull auch zwischen den Reihen der Pflanzen aus, um dem Boden die Feuchtigkeit länger zu erhalten und das Unkraut im Keim zu ersticken. Durch wiederholtes Hacken wird er langsam in den Boden mit eingearbeitet. Man sollte ihn jedoch niemals trocken verarbeiten. Die gepreßten Ballen müssen vor Gebrauch zerkleinert und gut gewässert werden. Mit Jauche, Geflügel-, Schaf- oder anderem Dung vermengt, erzielt man eine sehr gleichmäßige und milde Wirkung des jeweiligen Düngers. Als Einstreu bei der Viehhaltung findet er oft Verwendung und wird so zu einem guten, recht brauchbaren Stalldung.

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Stalldung

ist noch immer die Grundlage aller Düngung und Bodenverbesserung, obgleich er heute häufig durch andere Humusdünger ersetzt werden muß, da er einfach nicht mehr in ausreichender Menge zu beschaffen ist. Man führt dem Boden durch ihn nicht nur Humus, sondern auch wertvolle Nährstoffe zu. Jedoch kann nur der Stickstoff in vollem Umfang von den Pflanzen aufgenommen werden. Eine Stalldüngung ist infolgedessen eine einseitige Stickstoffdüngung und sollte durch die entsprechenden Handelsdünger mit Phosphor und Kali ergänzt werden. Nach einer Stalldunggabe sollen nur die geeigneten Gemüsesorten angebaut werden, die in erster Tracht stehen müssen. Man gibt alle drei Jahre Stalldung; eine Schubkarre reicht etwa für 10 qm aus. Nach Möglichkeit sollte er im Herbst oder Winter flach untergegraben werden, damit die strohigen Bestandteile im Laufe des Winters gut verrotten können. Staildung, welcher im Frühjahr eingebracht wird, verrottet bis zur Aussaat oder Pflanzung nicht restlos, und die strohigen Bestandteile ziehen leicht Ungeziefer an. Der Wert des Dungs hängt weitgehend von seiner Lagerung und Pflege ab. Gelagerter Dung soll möglichst keine Wärme entwickeln. Man setzt ihn deshalb in Haufen und tritt ihn fest, damit kaum Sauerstoff in das Innere des Haufens dringen kann. Der Mist kann so nicht verbrennen oder verrotten. Dieser Vorgang geht vielmehr erst nach der Ausbreitung auf dem Land vor sich, und die dabei entstehende Wärme kommt dem Boden zugute. Locker gelagerter Dung verbrennt in sich und verliert nicht nur an humoser Masse, sondern auch erheblich an Nährstoffen. Wenn der Dung aufs Land gebracht wird, sollte er deshalb sofort ausgestreut werden. Liegt er lange auf kleinen Haufen, dann erkennt man im Sommer diese Lagerstellen deutlich an der dunkelgrünen Färbung der daraufstehenden Kulturen.



Kompost

Düngung, aber ebenso ein ausgezeichnetes Bodenverbesserungsmittel ist die Komposterde. In jeden Nutzgarten gehört ein gepflegter Komposthaufen. Der Platz wird an einer schattigen Stelle gewählt und nach außen hin durch hochwachsende Pflanzen verdeckt, da der Kompost nicht gerade zur Zierde des Gartens beiträgt. Schattig muß er liegen, damit er nicht austrocknet und eine gute Verrottung aller Abfallstoffe gewährleistet ist. Aus diesem Grund setzt man den Komposthaufen in einer Breite von etwa 2 m und einer Höhe von 1 m auf. Im Kern eines zu hoch aufgesetzten Komposthaufens findet keine Verrottung, sondern Fäulnis und Gärung statt. Dabei entstehen pflanzenschädliche Stoffe, weil nicht genügend Luft zutreten kann. Auf den Komposthaufen kommen alle Ernteüberreste, Gras, Küchenabfälle aller Art, Schlick, Mist, Jauche und Laub. Kranke und von Schädlingen befallene Pflanzen und Pflanzenteile sowie samentragende Unkräuter darfst du auf keinen Fall auf den Kompost werfen, wenn du mit dieser Erde nicht später deinen ganzen Garten verseuchen willst. Durch wiederholtes Umsetzen im Sommer und Herbst wird der Zersetzungsvorgang beschleunigt. Dabei wird der Komposterde reichlich Kalk, etwa l kg pro m3, zugesetzt. Nach zwei bis drei Jahren ist der Kompost so weit, daß man ihn zum Düngen und zur Bodenverbesserung verwenden kann. Halte ihn stets frei von Unkraut, denn dieses nimmt ihm nicht nur die Nährstoffe, sondern verdirbt ihn außerdem auch noch durch ausfallenden Samen. Man kann ihn gut mit Kürbis beschatten, sollte diesen jedoch stets am Rande pflanzen und nur die Ranken über den Komposthaufen ziehen, dem so möglichst wenig Nährstoffe entzogen werden.

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Torf-Schnell-Kompost

(heute besser mit Rindenhumus)

Torf-Schnell-Kompost solltest du nur in Ausnahmefällen ansetzen. Aus Gründen des Umweltschutzes wird Torf heute kaum noch verwendet. Du kannst aber einen Schnell-Kompost ebensogut aus Rindenhumus (dies ist ein bereits vorkompostierter, feinkrümeliger Rindenmulch) herstellen und damit gleich etwas für unsere Umwelt tun.


Die Nährstoffe werden ihm in Form von kalkhaltigen Handelsdüngern beigesetzt. Der Rindenhumus, der nur wenige Nährstoffe enthält, wird durch die Verrottung in wertvollen Humus verwandelt, der dann die nötigen Pflanzennährstoffe enthält. Zum Ansatz des Schnell-Kompostes benötigst du auf zwei bis drei große Säcke (ca. 300 l Rindenhumus) 5 kg Kalkstickstoff, 7 kg Thomasmehl, 7 kg Kalimagnesia. Du zerkleinerst den Rindenhumus so, daß keine Klumpen mehr vorhanden sind. Danach wird er auf ein Quadrat von 1 bis 2 m Seitenlänge 25 cm hoch ausgebreitet. Auf diese Fläche streust du nun die Düngemittel und mischst sie gut unter. Jetzt wird dem Ganzen Wasser zugesetzt und wiederholt durchgearbeitet. Bei dem Bewässern des Schnellkompostes muß darauf geachtet werden, daß das Wasser nicht abfließen kann und so die aufgelösten Nährstoffe weggeschwemmt werden. Darum in täglichen Abständen das Wasser zusetzen. Ist der Kompost nun vollständig naß, wird das Quadrat zu einer Miete von l m Breite und ca. 60 cm Höhe geschaufelt. Die Seitenwände werden gut festgeklopft und 10 cm hoch mit guter Gartenerde bedeckt. Auch abgelagerte Komposterde kann man mitverwenden. Dieser aufgesetzte Schnell-Kompost wird nach vier Wochen erstmalig umgestochen, und die Deckerde wird gut mit der Masse vermischt. Ist diese zu trocken geworden, wird neu bewässert. Die neue Miete wird nun etwas höher und breiter aufgesetzt und zwei bis drei Finger stark mit Gartenerde abgedeckt. Nach drei Wochen wird die Miete zum zweiten Male umgesetzt und abermals die Deckerde gut mit untergemischt. Der Schnell-Kompost ist jetzt zum Düngen des Landes fertig. Schnell-Kompost kann während des ganzen Jahres angesetzt werden, am besten etwa acht Wochen vor Verwendung. Ich sagte vorhin, daß dem Boden alle drei Jahre einmal Stallmist zugeführt werden soll. Besteht jedoch keine Möglichkeit, Stallmist zu beschaffen, so ist der Schnell-Kompost der beste Ersatz.



Gründüngung

Die Gründüngung wird leider viel zu wenig angewandt. Darunter versteht rnan den Anbau einer Frucht, die nicht geerntet, sondern vor der Reife untergegraben wird. Besonders dazu geeignet sind Schmetterlingsblütler, wie Bitterlupinen, Phacelia, Serradella, Weißer Senf, Erbsen, Bohnen, Pferdebohnen und Wicken. Diese Pflanzen haben an ihren Wurzeln kleine Knöllchen, die von einer Bakterienart gebildet werden. Sie besitzen die Fähigkeit, den wichtigen Pflanzennährstoff Stickstoff aus der Luft aufzunehmen, zu Pflanzennährstoff zu verarbeiten und in den Knöllchen zu speichern. 78% der uns umgebenden Lufthülle bestehen ja bekanntlich aus Stickstoff. Nach dem Absterben und Vergehen der Knöllchen verbleibt dieser Stickstoff im Boden. Es wird durch die Gründüngung dem Boden aber nicht nur Stickstoff, sondern durch die Verwesung der oberirdischen Pflanzenteile auch Humus zugeführt. Für leichte Böden sind Lupinen am besten geeignet. Man benötigt für l qm etwa 40-50 g Saatgut. Erbsen sind für alle Böden zu verwenden. Die Aussaat erfolgt, nachdem man schon eine Frühernte eingebracht hat, bis Ende Juli.


Die Pflanzen werden vor Frostbeginn im Herbst niedergetreten oder gewalzt und dann untergegraben. Nun geht ja Probieren über Studieren. Was nutzt es, wenn Gärtner Pötschke dir etwas empfiehlt und du probierst es selbst nicht richtig aus. Darum versuche es, aber kontrolliere bitte den Erfolg. Beispiel: Salat, Spinat, Erbsen und frühe Bohnen sind bis Ende Juli abgeerntet. Diese Beete willst du gründüngen, da nächstes Jahr Kohlarten darauf kommen sollen. Wenn du ein Stück davon ohne Gründüngung zur Kontrolle liegen läßt, wirst du im nächsten Jahr genau den Erfolg sehen können. Nachdem du dich selbst von dem Wert der Gründüngung überzeugt hast, wirst du jede Gelegenheit benutzen, sie anzuwenden. Es ist heute nicht mehr schwer, die hierzu nötige Saat schnell zu erhalten. Denn merke hier: Ein Tag bei ihrer Aussaat verloren, ist durch eine Woche Wachstum im Herbst nicht zu ersetzen.

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